Eine beispiellose Studie der SGFA.
Um die Stellung der verschiedenen Filmgenres innerhalb der öffentlich geförderten Kreativprojekte besser zu verstehen, hat die SGFA eine detaillierte Analyse der von Institutionen unterstützten Projekte zwischen 2000 und 2025 durchgeführt. Diese Arbeit, die manuell Projekt für Projekt durchgeführt wurde, macht strukturelle Ungleichgewichte in der Verteilung der Fördermittel auf verschiedene Filmgenres deutlich. Das Ziel ist zweifach: Zum einen soll die Realität der Genre-Filmförderung in der Schweiz dokumentiert werden, zum anderen ein konstruktiver Dialog mit den Institutionen angestossen werden, um eine grössere Vielfalt im kreativen Schaffen zu fördern.
Die Statistiken wurden von der Swiss Genre Film Alliance (SGFA) auf Grundlage öffentlich zugänglicher Daten erstellt. Jedes geförderte Projekt wurde manuell nach seinem dominanten Genre klassifiziert, um ein möglichst genaues und transparentes Bild der Förderlandschaft zu vermitteln.
Mit der Veröffentlichung dieser Zahlen möchte die SGFA eine kollektive Reflexion über die Vielfalt der erzählten Geschichten, Formate und Imaginäre anstossen, die in der Schweiz gefördert werden. Genrefilme tragen wesentlich zum kulturellen Reichtum des Landes bei und verdienen einen gerechten Platz in den Förderpolitiken für kreative Projekte.
Von allen geförderten fiktionalen Projekten (Drehbuch und Regie zusammen) in diesem Zeitraum bleibt das Drama mit 78% der zugesprochenen Förderungen bei weitem die dominierende Gattung. Die Komödie liegt mit 16.1% an zweiter Stelle, bleibt jedoch deutlich in der Minderheit gegenüber dem übergewichtigen Drama. Thriller machen lediglich 3.1% der geförderten Projekte aus, während Genre-Filme im engeren Sinne nur sehr marginal vertreten sind. Auch das Experimentalkino macht lediglich 0.3% der vergebenen Fördermittel aus.
Diese Zahlen bestätigen eine starke Konzentration der Förderungen auf das Drama, zulasten einer grösseren Genrevielfalt. Sie verdeutlichen die anhaltende Unterrepräsentation von Genre-Kino, obwohl dieses bedeutendes Innovationspotenzial in formaler Hinsicht, eine Erneuerung kollektiver Imaginäre sowie ein beachtliches Publikumspotenzial sowohl in der Schweiz als auch international bietet.
Von allen unterstützten fiktionalen Projekten (Drehbuch und Realisation) in diesem Zeitraum entfielen 81% der Förderungen auf Dramen (soziale, politische oder psychologische). Thriller und Komödien folgen mit grossem Abstand, mit jeweils 5% bzw. 7.5% der Förderungen. Genre-Filme im engeren Sinne, also Fantasy, Horror, Science-Fiction oder Action-Abenteuer, machen weniger als 5% der insgesamt vergebenen Fördermittel aus. Bei den reinen Produktionsförderungen verstärkt sich dieser Trend noch: Über 82% der Mittel fliessen in Dramen.
Diese Zahlen zeigen eine deutliche Unterrepräsentation von Genrekino, trotz seiner kreativen Vitalität und seines grossen Publikumspotenzials.
Über sämtliche geförderten Spielfilmprojekte (Drehbuch und Regie zusammengefasst) unterstützen 78% der Förderungen Dramen (soziale, politische oder psychologische). Thriller (6.5%) und Komödien (4.5%) folgen mit deutlichem Abstand. Die Genres im engeren Sinne, Fantasy (4.7%), Science-Fiction (2.6%), Horror (1.3%) und Action-Abenteuer (1.9%), machen zusammen einen deutlich untergeordneten Anteil der Fördermittel aus.
Betrachtet man ausschliesslich die Regieförderung, bleibt das Muster weitgehend ähnlich: 77% der Förderungen entfallen auf das Drama, gegenüber 23% für alle übrigen Genres zusammen. Diese Daten verdeutlichen zudem ein strukturelles Ungleichgewicht in der Verteilung der Fördermittel, zulasten des Genrekinos, trotz seines künstlerischen Potenzials und seiner Fähigkeit, ein breites Publikum zu erreichen.
Von den insgesamt 441 Förderungen für Spielfilmprojekte betreffen 79% Dramen (soziale, politische oder psychologische). Komödien machen 6.8% der Förderungen aus, gefolgt von Thrillern mit 6.1%. Die Genre-Filme im engeren Sinne bleiben deutlich in der Minderheit: Science-Fiction (4.1%), Fantasy (1.2%), Horror (0.7%), Action-Abenteuer (0.7%).
Diese Zahlen zeigen, dass, wie im Rest der Schweiz, der überwiegende Teil der Förderungen auf Dramen konzentriert ist, während Genrefilme in den Förderstrukturen weiterhin wenig vertreten sind.